17) Unternehmenskultur ist …

Der Versuch, den Begriff Unternehmens-”Kultur” ganzheitlich zu erklären, ist nicht ganz einfach. Nicht nur weil das Spektrum sehr groß ist, sondern weil wir auch reichlich Individuen haben, die in Ihrer “Unterschiedlichkeit” alle zu ein und derselben Kultur beitragen - sie also ausmachen. Gerade wenn wir von einem weltweit agierenden Unternehmen sprechen, ist zu berücksichtigen, dass die Unternehmenskultur zu einem großen Teil ein “Landestypischer” Begriff bleibt und kein weltweit gültiger ist. Das heißt nicht, dass es keine weltweite Unternehmenskultur in einem Unternehmen gibt, aber die Gewichtung bedarf einer lokalen Betrachtung.

Was ist Unternehmens-”Kultur” - der Versuch einer Erklärung. Bitte nehmen sie das nicht als fachkundige Aussage. Ich bin Ingenieur und Manager, kein Gesellschafts- oder Geisteswissenschaftler.

1. “Kultur” ist ein Gesellschaftsbegriff.
-> Wichtige Erkenntnis! Übertragen auf ein Unternehmen, ist meinem Erachten nach der Begriff “Community” angebrachter. Nicht nur weil die Community ein gemeinsames Interesse eint, dass tut eine Lobby auch. Vielmehr hat eine Community eine gemeinsame Identität und einen gemeinsamen Charakter. Das geht über die reine Interessensvertretung hinaus. Das ist auch der Grund dafür, warum es wichtig ist, eine Unternehmenskultur zu haben.

2. “Kultur” bezeichnet die Menge und die Vielfalt von Handlungsweisen und Denkweisen einer Gesellschaft, sowohl innerhalb, als auch außerhalb von geltenden Regeln. -> Auch wenn das Schnapsbrennen in Ungarn verboten ist, ist und bleibt es, solange es getan wird, Teil der Ungarischen Kultur.

Ist das Brechen von Regeln Teil einer Unternehmenskultur? - Natürlich ist es das. Nur so bleibt das Unternehmen als Teil einer Gesellschaft Entwicklungsfähig. Die Frage ist immer, ob das Brechen der Regel dem Eigeninteresse dient oder ob es dem Interesse der “Community”, dem Unternehmen dient.

Bei der Zusammenführung von Firmen, also bei der Zusammenführung von Unternehmenskulturen, bleibt unter anderem eine Erkenntnis, nämlich das es zum Teil erhebliche Unterschiede in den zwei wichtigsten Bereichen einer Unternehmenskultur gibt, der Streitkultur und der Leadership-Kultur. Gerade hierbei zeigt sich, wer bereit ist, wesentliche Teile seiner Kultur für vermeintlich höhere Ziele über Bord zu werfen. Das sollte und darf jedoch nicht Bestandteil einer Unternehmenskultur sein. Vielmehr muss Zeit geben werden, sich zu verändern. Auch wenn die Zeit, die zur Verfügung steht, meist sehr kurz ist, ist allein die Vorgehensweise deutlich angebrachter.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass auch die Unternehmenskultur neben ihren wichtigen und stabilen Säulen, die meist in den Geschäftsgrundsätzen eines Unternehmens verhaftet sind, einem Wandel unterliegt und damit immer ein Stück Zeitgeist widerspiegelt.

Ralf Baier

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